Titel
Dorothea Maetzel-Johannsen
Beschreibung

* 6. Februar 1886 in Lensahn (Holstein); † 8. Februar 1930 in Hamburg
 
Deutsche Malerin und Grafikerin
 
Dorothea Maetzel-Johannsen schafft innerhalb nur eines Jahrzehnts ihr malerisches und grafisches Gesamtwerk.
Nach ihrer Ausbildung zur Zeichenlehrerin unterrichtet sie ab 1907 in Schleswig. Ihre künstlerischen Arbeiten aus der Vorkriegszeit zeigen u.a. Einflüsse der Kunst Cézannes. 1910 heiratet sie den Architekten und Maler Emil Maetzel. Zwischen 1911 und 1917 kommen vier Kinder zur Welt. Während des Ersten Weltkriegs nimmt sie in Berlin zeitweise Unterricht bei Lovis Corinth. Nach dem Krieg gehört das Künstlerehepaar 1919 zu den Gründungmitgliedern der Hamburgischen Sezession. Zwischen 1919 und 1921 entsteht das expressionistische Hauptwerk der Malerin, in dem sich Einflüsse des „Brücke“-Stils, des Frühkubismus und afrikanischer Skulpturen miteinander verbinden. 1923 und 1924 realisiert die Künstlerin in der Kunsthalle Hamburg als Auftragsarbeit vier große Wandbilder. Ab Mitte der zwanziger Jahre nimmt sie stilistische Elemente der Neuen Sachlichkeit in ihre Kunst auf. Während eines Aufenthalts 1929 in Kassel und in Visby auf Gotland entstehen zahlreiche Bilder. 1929/30 gestaltet sie die ersten Entwürfe für ein Deckengemälde in der Kuppel des Hamburger Planetariums. Die Auftragsarbeit bleibt durch ihren Tod unvollendet.
 
Während des Nationalsozialismus wird das Gemälde „Blumenstillleben mit Hahnenkrug“ als „entartet“ diffamiert und aus der Hamburger Kunsthalle entfernt. Nur durch Zufall bleiben die vier von ihr geschaffenen Wandbilder vor dem Zugriff bewahrt. Der Kunstverein Hamburg richtet 1958 eine Ausstellung mit Bildern des Künstlerehepaars aus.