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Ulrich Pietzsch
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* 12. Februar 1937 in Oberwartha bei Dresden
 
Deutscher Maler
 



Ulrich Pietzsch bringt die kleinen Momente des Lebens auf die Leinwand bzw. aufs Papier. Malen ist für ihn Empfinden. Seine Bilder sind voller Poesie und Alltagsbezüge, heiter und hintersinnig zugleich.



Zunächst studiert Pietzsch von 1959 bis 1964 Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin Hier lernt er Wolf Biermann kennen, den er beim Ausbau eines Kinos zum Arbeiter- und Studententheater unterstützt. Nach dem Studium arbeitet Pietzsch als Redakteur für die Zeitschrift „Neue Berliner Illustrierte“, die ihm 1966 aufgrund seiner Freundschaft zu Biermann fristlos kündigt. Von 1967 bis 1976 ist Pietzsch Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sektion für Ästhetik und Kunstwissenschaften an der Humboldt-Universität. Außerdem ist er als Theaterkritiker, Fernseh- und Buchautor tätig. Aus Protest gegen die Ausbürgerung Biermanns verteidigt er 1977 seine fertiggestellte Dissertation nicht. Ab Mitte der 1970er Jahre widmet er sich als Autodidakt ausschließlich der Malerei. Zurückgezogen lebend, malt er Szenen aus seiner Umwelt, Genrebilder und Stillleben. Ab 1978 hat er erste Ausstellungen, u.a. in der Galerie Berlin des Staatlichen Kunsthandels der DDR. 1982 beantragt Pietzsch zusammen mit seiner Frau die Ausbürgerung aus der DDR und reist in die BRD aus. Das Ehepaar lebt zunächst in Berlin-Kreuzberg und ab 1987 im Wendland. Pietzsch ist weiterhin als Maler tätig, es entstehen auch Erzählungen, Tagebücher und Gedichte. Die erste Einzelausstellung in seiner Heimatstadt Dresden hat er 1991.



Der Künstler kann auf rund 90 Einzel- und Gruppenpräsentationen verweisen. Sein Œuvre zählt inzwischen rund 3000 Arbeiten (Ölbilder, Aquarelle, Pastelle, Acrylbilder und Ölpapierarbeiten). 2018 übergibt das Künstlerehepaars Lydia und Ulrich Pietzsch einen umfangreichen Vorlass dem Archiv der Stiftung Stadtmuseum Berlin.