Projekttitel
Otto Fischer-Trachau
Objektbeschreibung

* 15. August 1878 in Trachau bei Dresden, † 13. Juli 1958 in Hamburg
 
Maler und Raumgestalter
 
Otto Fischer-Trachau ist von 1919 bis zur erzwungenen Auflösung der Hamburgischen Sezession 1933 Mitglied der Künstlervereinigung und Teil der avantgardistischen Expressionisten-Bewegung in der Hansestadt. Emil Maetzel, ebenfalls Mitglied der Hamburgischen Sezession, schreibt zu den Bildern des Künstlers: „Hier fühlt man, welche bedeutende Bereicherung die Dynamik des Expressionismus [...] gebracht hat. Welche ungeheure Lebendigkeit und Rhythmik in Form und Farbe!“
Fischer-Trachau studiert von 1902 bis 1907 an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie Dresden. Hier eignet er sich das Rüstzeug für sein revolutionäres Konzept von einer Raumgestaltung mit leuchtenden Farben an, das er ab 1907 an seinem neuen Wohnort Hamburg in einer Vielzahl von Bauten verwirklicht. Als Frontberichterstatter im Ersten Weltkrieg sieht er Leid und Tapferkeit der Soldaten.
Bis Ende der 1920er Jahre ist seine Bildsprache spätexpressionistisch und weist kubistische Elemente auf. Anschließend findet er in Auseinandersetzung mit der Kunst Picassos und der Bauhäusler zu einem stark abstrahierten, teilweise ungegenständlichen und streng konstruktiven Stil. Von 1927 bis 1933 hat er eine Professur an der Kunstgewerbeschule Wiesbaden inne. Während der NS-Diktatur wird er 1933 aus dem Lehramt entlassen, bleibt jedoch nicht gänzlich ohne öffentliche Aufträge. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Fischer-Trachau als freier Künstler tätig. Er schafft zahlreiche Ölgemälde und Zeichnungen, die abstrakte Strukturen und ungegenständliche Körper wiedergeben. Damit gehört er zu den wenigen Hamburger Malern, die sich in der Nachkriegszeit von der figurativen Malerei ab- und der abstrakten Kunst zuwandten. Anlässlich des 50. Todestages des Künstlers präsentiert die Hamburger Sparkasse 2008 die Ausstellung „Otto Fischer-Trachau. Leben und Werk – eine Annäherung".