Projekttitel
Gretchen Wohlwill
Objektbeschreibung

* 27. Februar 1878 in Hamburg, † 17. Mai 1962 ebenda
 
Malerin und Grafikerin
 
Gretchen Wohlwill gehört 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession, an deren Ausstellungen sie bis zur erzwungenen Auflösung der Vereinigung 1933 teilnimmt. Ihr Atelier ist in den 1920er und frühen 30er Jahren Treffpunkt der Sezessionisten und anderer Künstlerfreunde. Nach ihrer Entlassung aus dem Schuldienst 1933 durch die Nationalsozialisten zieht sich die aus einer jüdischen Familie stammende Malerin auf die Elbinsel Finkenwerder zurück, wo sie sich ein Atelier unmittelbar neben der Arbeitsstätte ihres lebenslangen Künstlerfreundes Eduard Bargheer bauen lässt. Künstlerisch setzt sie sich mit verschiedenen Stilen auseinander, bis sie sich 1930 einer flächig angelegten Malweise mit linearen Elementen zuwendet. Vom Œuvre der Malerin sind nur Fragmente erhalten geblieben.
Gretchen Wohlwill besucht ab 1894 die Damen-Kunstschule Valeska Röver in Hamburg und setzt ihre Ausbildung in Paris u.a. bei Henri Matisse an der Académie Matisse fort. Um finanziell unabhängig zu sein, arbeitet sie als Kunsterzieherin in Hamburg. Seit 1912 beteiligt sich Gretchen Wohlwill an Ausstellungen in der Hansestadt. Die 1920er und frühen 30er Jahre bringen ihr Erfolg, Anerkennung und Bekanntheit. Neben anderen Repressalien belegen die Nationalsozialisten die Künstlerin mit Malverbot. 1940 emigriert die 62-Jährige zu ihrem Bruder nach Lissabon, wo sie nach dessen Übersiedlung in die USA ein entbehrungsreiches Leben führt. 1952 kehrt Gretchen Wohlwill nach Hamburg zurück und nimmt ihre künstlerische Tätigkeit wieder auf.
 
2019/20 sind Bilder von Gretchen Wohlwill in der Ausstellung „100 Jahre Hamburgische Sezession“ in der Hamburger Kunsthalle vertreten. Werke von ihr befinden sich u.a. in der Hamburger Kunsthalle und im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen sowie in privaten Sammlungen.