Projekttitel
Alma del Banco
Objektbeschreibung

* 24. Dezember 1863 in Hamburg, † 8. März 1943 ebenda
 
Malerin
 
Alma del Banco gehört 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession, der sie bis zur erzwungenen Auflösung der Künstlervereinigung 1933 angehört. Im Hamburg der Zwischenkriegszeit ist die avantgardistische Künstlerin auch eine geschätzte Porträtistin vieler namhafter Hamburger Persönlichkeiten. Sie unternimmt zahlreiche Reisen nach Südeuropa, u.a. zusammen mit ihrer Malerfreundin, der Sezessionistin Gretchen Wohlwill, 1922 nach Italien. Das Ölgemälde „Taormina“, das den Namen einer Hügelstadt in der Nähe des Ätna trägt, geht vermutlich auf diese Reise zurück. Es zeigt den für die Künstlerin in den Jahren um 1920 typischen Stil, der einen eigenständigen Beitrag zur Avantgarde darstellt: „Der tektonische Bildaufbau, die Anklänge an kubistische Formen und der die Unterzeichnung kaum überdeckende dünne Farbauftrag kennzeichnen das Werk als eine typische Arbeit aus dieser Zeit.“ (Auszug aus Gutachten von Dr. Friederike Weimar)
Alma del Banco entstammt einer wohlhabenden assimilierten jüdischen Kaufmannsfamilie. Mit 33 Jahren wendet sie sich der Malerei zu und absolviert von 1895 bis 1905 eine Ausbildung an der Damen-Kunstschule Valeska Röver in Hamburg. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs bildet sie sich in Paris weiter, wobei sie sich mit der künstlerischen Moderne, insbesondere dem Kubismus, Expressionismus und dem Frühwerk von Fernand Léger, auseinandersetzt. 1914 kehrt Alma del Banco nach Hamburg zurück und arbeitet hier erfolgreich als freischaffende Künstlerin. Anfang der 1930er Jahre verändert die 70-jährige Künstlerin nochmals ihren Stil und entfernt sich vom Skizzenhaften.
Während der NS-Diktatur wird Alma del Banco mit Ausstellungsverbot belegt und ab 1938 unter Hausarrest gestellt. In der Aktion „Entartete Kunst“ werden 13 ihrer Werke aus der Hamburger Kunsthalle entfernt und neun Bilder zerstört. Zum Verlassen Deutschlands fühlt sich die 81-jährige Malerin zu schwach. Um der angekündigten Deportation nach Theresienstadt zu entgehen, wählt sie den Suizid. Werke von Alma del Banco befinden sich u.a. in der Hamburger Kunsthalle, im Altonaer Museum in Hamburg, im Jüdischen Museum in Rendsburg und in privaten Sammlungen.