art KARLSRUHE 2022

Bei unserem diesjährigen Messeauftritt legen wir einen thematischen Schwerpunkt auf die weibliche Seite der Kunst und die Wiederentdeckung von Künstlerinnen der Klassischen Moderne. Eine Vielzahl stilistisch unterschiedlicher Werke von MalerInnen und Bildhauerinnen lenken den Blick auf die Avantgarde der Weimarer Republik und die Kunst nach 1945.
 
Ein besonderes Highlight bildet das verschollen geglaubten Gemälde „Madeleine mit Spiegel“ von Lotte Laserstein. Das großformatige Werk aus schwedischem Privatbesitz wird erstmals in Deutschland öffentlich präsentiert. Lotte Laserstein emigrierte 1937 nach Schweden, wo sie in den 1940er Jahren „Madeleine mit Spiegel“ malte. Der Halbakt zeigt Margarete Jaraczewsky, genannt Madeleine, Lasersteins wichtigstes Modell im Exil. Das Bild erinnert in seiner Anlage an das Gemälde „Vor dem Spiegel“ aus dem Jahr 1931, für das Lasersteins Berliner Freundin und enge Vertraute Traute Rose Modell saß.
 
Das Schaffen von Lotte Laserstein, Katja Meirowsky, Margarete Kubicka, Marg Moll und Louise Stomps reihte sich – wie auch ihr Kampf um Gleichberechtigung – in den 1920er und frühen 30er Jahren in den erfolgreichen Aufbruch der Frauen in der Kunst ein. Dieser Emanzipationsprozess und die vielversprechenden Karrieren brachen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten jäh ab. Exil, innere Emigration oder politischer Widerstand im Untergrund bestimmten von nun an den Lebensweg der Künstlerinnen, bevor sie sich nach 1945 in neu gewonnener Freiheit wieder ihrer Kunst widmen konnten. Ähnliche Schicksale erlitten der Bauhäusler Fritz Kuhr und Gottfried Graf, der Mitglied der avantgardistischen Kunstszene um Adolf Hölzel war. Deren Werke wie auch Arbeiten des Malers Erich Franke sind in der Präsentation ebenfalls zu sehen. Heute zählen diese Künstlerinnen und Künstler zu den jüngsten Wiederentdeckungen.

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