Titel
Waldemar Grzimek
Beschreibung

* 5. Dezember 1918 in Rastenburg (Ostpreußen); † 26. Mai 1984 in Berlin
 
Deutscher Bildhauer
 
Waldemar Grzimek schafft ein bedeutendes bildhauerisches, zeichnerisches und grafisches Werk. Er arbeitet in Ost- und Westdeutschland bzw. in der DDR und BRD.
Nach dem Umzug der Familie nach Berlin beginnt Grzimek bereits als Elfjähriger mit dem Modellieren von Tieren im Zoologischen Garten. Er trifft den Bildhauer Hugo Lederer, der ihm erste Grundlagen vermittelt. In Grzimeks frühem Schaffen entstehen vor allem Tierplastiken. Großes Aufsehen erregt der 15-Jährige auf einer Ausstellung in der Akademie der Künste, wo er ein Nashorn, einen Büffel und die Skizze des Kopfes seines Vaters zeigt.
Nach Schulabschluss und einer Steinmetzlehre studiert er bis 1941 Bildhauerei als Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Während des Dienstes bei der Kriegsmarine erhält er 1942 den Preis der Villa Massimo in Rom, verbunden mit einem Studienurlaub. 1946 bekommt Grzimek einen Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein in Halle. Danach lehrt er von 1948 bis 1951 als Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg und von 1956 bis 1961 als Professor an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Bis zu seiner Berufung zum Professor an die TU Darmstadt 1968 arbeitet Grzimek als freischaffender Künstler in Westberlin und Friedrichshafen am Bodensee. 1964 ist er auf der documenta III in Kassel vertreten. In Berlin stammen das Heinrich-Heine-Denkmal am Weinbergsweg und die Brunnenanlage auf dem Wittenbergplatz von ihm. Aus der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gehen die Gestaltung der Glocke im Glockenturm des KZ Buchenwald und ein Mahnmal für das KZ Sachsenhausen hervor. Grzimeks Grab befindet sich auf dem Friedhof in Berlin-Dahlem.