Titel
Renée Sintenis
Beschreibung

* 20 March 1888 in Glatz (Silesia); † 22 April 1965 in Berlin
 
Deutsche Bildhauerin
 
Renée Sintenis gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Bildhauerinnen der 1920er und 1930er Jahre. Sie gestaltet kleinformatige Tierplastiken, Statuetten von Sportlern, Porträtbüsten berühmter Persönlichkeiten sowie Akte und Selbstporträts.
 
Renée Sintenis, eigentlich Renate Alice Sintenis, studiert ab 1907 an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. 1909/10 bricht sie ihr Studium aus finanziellen Gründen ab. Die Bekanntschaft mit Georg Kolbe, dem sie ab 1910 Modell steht, festigt ihren Wunsch, Bildhauerin zu werden. Auf der Herbst-Ausstellung der Freien Secession 1913 in Berlin ist Renée Sintenis mit drei Gipsplastiken vertreten. Ab 1915 modelliert sie Tierfiguren, die später zu ihrem künstlerischen Hauptthema werden. Ihre Karriere als Bildhauerin beginnt 1920 mit einer Ausstellung bei Alfred Flechtheim in Düsseldorf. Präsentationen in Paris, Brüssel, London und New York machen sie auch international bekannt. 1927, 1934 und 1942 beteiligt sich die Künstlerin als Gast an den Ausstellungen des Vereins der Berliner Künstlerinnen. 1931 wird sie in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten zwingt die Akademie sie jedoch zum Austritt. Während der Hitlerdiktatur lebt und arbeitet die Bildhauerin zurückgezogen.
 
Karl Hofer beruft Renée Sintenis 1948 als Professorin an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo sie bis 1955 die Meisterklasse für Tierplastik unterrichtet. Die Künstlerin wird in den fünfziger Jahren mit dem Orden Pour le Mérite und dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt. 1957 entsteht nach ihrem Entwurf die lebensgroße Bronze des „Berliner Bär“. Mit der Kleinplastik dieser Tierfigur werden alljährlich die Preisträger der Internationalen Filmfestspiele in Berlin geehrt.