Titel
Philipp Harth
Beschreibung

* 9. Juli 1885 in Mainz; † 25. Dezember 1968 in Bayrischzell
 
Deutscher Bildhauer
 
Philipp Harth gehört gemeinsam mit Gerhard Marcks und August Gaul zu den größten Tierbildhauern des 20. Jahrhunderts. Harth studiert nach einer Lithografenlehre von 1903 bis 1906 an der Kunstgewerbeschule in Mainz. Nach kurzem Aufenthalt bei Heinrich Vogeler in Worpswede und dem einjährigen Besuch der Karlsruher Kunstakademie geht er nach Berlin. Hier findet er an der Kunstgewerbeschule durch den Holzschnitzmeister Perathoner endgültig zur Bildhauerei. Zwischen 1917 und 1928 ist er mit Unterbrechungen als Kunsterzieher an der Odenwaldschule in Heppenheim tätig. 1925 gelingt ihm der Durchbruch als Tierbildhauer, u.a. mit der Holzplastik „Fauchender Jaguar“, die 1930 von der Berliner Nationalgalerie angekauft wird. Von 1926 bis 1933 lebt und arbeitet er zeitweise in Schwaz (Tirol). Bis 1933 ist er Mitglied der Berliner Secession. 1935 erhält er den Villa Romana-Preis. Im selben Jahr beschlagnahmen die Nationalsozialisten eine Adlerdarstellung von Harth. Für seine Bronzeplastik „Schreitender Tiger“ wird er 1937 auf der Pariser Weltausstellung mit dem „Grand Prix“ ausgezeichnet. Die Bombardierung Berlins im Zweiten Weltkrieg veranlasst ihn 1941, nach Offenhausen (Schwäbische Alb) umzuziehen. Nach einer Kritik der nationalsozialistischen Kunstpolitik wird er 1943 kurzzeitig verhaftet, danach unter Polizeiaufsicht gestellt und mit Arbeitsverbot belegt. Ab 1946 lebt Harth in Bayrischzell. Er ist auf Ausstellungen vertreten, erhält kontinuierlich Aufträge und zahlreiche Auszeichnungen.