Titel
Oskar Fischer
Beschreibung

* 4. August 1892 in Karlsruhe; † 3. Februar 1955 in Berlin
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Oskar Fischers künstlerisches Werk entsteht von 1913 bis 1923 in nur einem Jahrzehnt. Seine anfangs expressiv-futuristische Bildsprache wird nach 1921 von konstruktivistischen Gestaltungsprinzipien abgelöst.
Fischer absolviert eine Lehre als Dekorationsmaler, besucht die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe und studiert an der Akademie der Bildenden Künste der Stadt. Durch einen Unfall frontuntauglich geworden, leistet er von 1915 bis 1918 in Karlsruhe seinen Militärdienst ab. Noch vor seiner Entlassung wird ihm im März 1918 in einer Ausstellung seiner Arbeiten in Herwarth Waldens Berliner Sturm-Galerie künstlerische Anerkennung zuteil. Durch die Erlebnisse im Ersten Weltkrieg wird Fischer Kriegsgegner und Kommunist. Zusammen mit anderen Künstlern gründet er 1919 in Karlsruhe die Gruppe „Rih“. In ihrer ersten Ausstellung zeigt er ein Gemälde, das heute unter dem Titel „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ im Besitz der Berliner Nationalgalerie ist. 1921 siedelt er nach Berlin über und stellt noch zweimal in der Sturm-Galerie aus. Er wird Mitglied der Novembergruppe. Ab 1924 arbeitet er als Gebrauchsgrafiker und Ausstellungsgestalter, vorrangig für die Arbeiterbewegung, aber auch für Industrie und Handel. Die Nationalsozialisten brandmarken seine Kunst als „entartet“ und beschlagnahmen sieben seiner Werke. 1943 wird er als Mitglied einer Widerstandsgruppe verhaftet und im März 1944 mangels Beweise aus dem Zuchthaus entlassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er bei der „Deutschen Volkszeitung“, beim „Neuen Deutschland“, im Ministerium für Volksbildung der DDR, in der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten und beim Henschelverlag.