Titel
Moriz Melzer
Beschreibung

* 22. Dezember 1877 in Oberalbendorf bei Trautenau (Böhmen); † 30. Juni 1966 in Berlin
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Moriz Melzer gilt als Einzelgänger der Moderne. Stilistische Vielfalt und Experimentelles zeichnet sein künstlerisches Schaffen aus.
 
Melzer arbeitet von 1896 bis 1903 als Porzellanmaler. Nach dem Studium von 1903 bis 1908 an der Großherzoglich Sächsischen Kunstschule in Weimar, u.a. bei Ludwig von Hofmann, siedelt er nach Berlin über. Im Winter 1908 stellt er erstmals bei der Berliner Secession aus. In den folgenden Jahren entwickelt Melzer mit Linoleumplatten eine eigene Drucktechnik für großformatige, farbige Monotypien. Im April 1910 gründet er mit Georg Tappert, Max Pechstein, Arthur Segal, César Klein u.a. die Vereinigung „Neue Secession“, deren Engagement wesentlich zum Durchbruch des Expressionismus in Berlin beiträgt. In der ersten Ausstellung der Neuen Secession zählt ihn die Kritik „zu den stärksten Talenten“. Ab 1911 veröffentlicht er Originalgrafiken in den Zeitschriften „Der Sturm“ und „Die Aktion“. 1912 ist er in der Internationalen Sonderbund-Ausstellung in Köln und der Juryfreien Kunstschau in Berlin vertreten, wo er neben Picasso und Braque ausstellt. Während seines Studienaufenthaltes in Paris zeigt er erfolgreich seine Arbeiten im Salon d’ Automne und in der Ausstellung Société des Artistes Indépendants. 1913 erhält er den Villa-Romana-Preis. Von 1914 bis 1917 nimmt er am Ersten Weltkrieg teil. Mit Pechstein und Tappert gehört er 1918 zu den Initiatoren der Novembergruppe, deren Vorsitzender er 1922 wird. Die Ausstellung „Entartete Kunst“ greift 1937 Melzer als Mitglied der Novembergruppe an und diffamiert seine Kunst. Seine Werke werden aus deutschen Museen entfernt.