Titel
Martin Stekker
Beschreibung

* 2. März 1878 in Norden/Ostfriesland; † 2. Dezember 1962 in Berlin
 
Deutscher Maler
 
Martin Stekker ist ein Meister der Linie. Seine atmosphärisch dichten Landschaften, Porträts und Tierbilder rücken ihn in die Nähe großer Künstler wie Max Liebermann. Stärker noch als in der Malerei richtet er als Zeichner den Blick auf das Alltägliche in seiner Umgebung und bringt es voller Poesie ins Bild.
 
Nach einer Lehre als Theatermaler am Düsseldorfer Stadttheater studiert Stekker ab 1901 an der Kunstakademie der Stadt. 1908 und 1909 gewährt ihm die Akademie ein Reisestipendium nach Belgien und Italien. Bei einem Wettbewerb zur Gestaltung von Wandbildern gewinnt er 1910 den 1. Preis. In den Jahren 1914 bis 1918 nimmt er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. 1920 übersiedelt er nach Berlin, wo er durch Max Liebermann ein Meisteratelier an der Preußischen Akademie der Künste erhält.
 
Stekker gestaltet Wandbilder im Berliner Rathaus und in der Kirche in Groß Behnitz bei Nauen. Für den Peter J. Oestergaard Verlag illustriert er Bücher. Die Nationalsozialisten schließen ihn aufgrund der Ehe mit seiner jüdischen Frau Toni ab 1935 von öffentlichen Aufträgen aus. In der Reichspogromnacht 1938 wird das Porzellangeschäft seiner Frau zerstört. Durch diesen antisemitischen Terrorakt und ein Gewerbeverbot verliert die Familie eine wesentliche Einkommensquelle. Während des Zweiten Weltkrieges wird der Künstler als technischer Zeichner und Teilkonstrukteur für Feinmechanik dienstverpflichtet. Er kann jedoch unter dem Pseudonym Steckler für den Oestergaard Verlag weiterarbeiten. Bereits im November 1945 zeigt das Kunstamt Berlin-Tiergarten eine erste Ausstellung mit Arbeiten des Malers. 2016 ist im Haus des Kunstvereins Norden/Ostfriesland die bisher letzte Einzelausstellung von Martin Stekker zu sehen. Das Grab des Künstlers befindet sich auf dem Friedhof Berlin-Frohnau an der Hainbuchenstraße.