Titel
Marie-Luise Heller
Beschreibung

* 23. Juni 1918 in Worms; † 5. Dezember 2009 in Augsburg
 
Deutsche Malerin
 
Marie-Luise Heller greift mit großer Experimentierfreude künstlerische Strömungen des 20. Jahrhunderts auf. Von figurativer Malerei über abstrakte Kompositionen findet sie zum Informel. An der Städelschule in Frankfurt am Main beginnt sie 1941 ein Kunststudium. 1946 stellt Marie-Luise Heller in Worms erstmals aus. Im Jahr darauf geht sie nach München. Die Kunst von Matisse und Picasso, dem sie mehrfach persönlich begegnet, inspiriert sie bei ihren eigenen Arbeiten. In den 1950er Jahren verlässt die Künstlerin die objektbezogene Malerei. So entsteht 1954 eine Reihe von Ölbildern, die Natureindrücke in abstrakter Form mit gegenständlichen Assoziationen wiedergeben. Von 1951 bis 1959 stellt die Malerin im Münchener Haus der Kunst regelmäßig bei der Neuen Gruppe aus, die in dieser Zeit überregionale Bedeutung hat. Die 1960er Jahre sind die Zeit der beeindruckenden künstlerischen Selbstverwirklichung. Marie-Luise Heller folgt den Prinzipien des Informel. Aus diesen tachistischen Werken entwickelt sie ihre Bilder mit dem Motiv der Spirale. 1967/68 entstehen Acrylics. Dabei gießt sie mit freier Hand flüssiges Acryl auf Papier. Ab 1968 gestaltet die Künstlerin Dia-Objekte. Diese doppelt angeordneten Plexiglasscheiben, auf die farbige geometrische Muster und Spiralen aufgesprüht werden, markieren einen weiteren Höhepunkt ihres Schaffens. Je nach Standort des Betrachters und Lichteinfall verändert sich die Wirkung dieser Raumbilder. Mitte der 1970er Jahre regen poetische Bilder und Symbole der fernöstlichen Philosophie Marie-Luise Heller zu freien Zeichnungen und Mäandern an. In den 1990er Jahren wendet sich die Künstlerin wieder stärker der Farbe zu.
 
Werke von Marie-Luise Heller sind bis in die Gegenwart hinein in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Kürzlich kaufte die Daimler Art Collection Arbeiten der Künstlerin an.