Titel
Karl Kunz
Beschreibung

* 23. November 1905 in Augsburg; † 22. Mai 1971 in Frankfurt/ Main
 
Deutscher Maler und Zeichner
 
Karl Kunz gilt als „herausragender Einzelgänger“ der Moderne des 20. Jahrhunderts. In den dreißiger und vierziger Jahren setzt er sich, auf surreale Elemente zurückgreifend, mit der Bedrohung durch den Krieg malerisch auseinander. Nach 1945 schafft er eine expressiv-manieristische und von starker Symbolik gekennzeichnete eigene Bilderwelt zu den Themen Eros, Sünde und Tod.
 
Kunz, Sohn eines Schreiners, erhält als 14-Jähriger Zeichenunterricht. 1921 geht er nach München an die Kunstschule von Hans Hofmann, der von der französischen Moderne geprägt ist und später einer der Väter der abstrakten Kunst in den USA wird. Ab 1927 lebt der Maler in Berlin und ist auf der „Juryfreien Kunstschau“ 1928 und 1929 mit eigenen Arbeiten vertreten. 1930 wird Kunz Assistent und Meisterschüler von Erwin Hahs, Leiter der Malklasse an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale. Um 1932 schafft er Materialbilder mit abstrakten und organischen Formen sowie Holzobjekte. Die Nationalsozialisten entlassen ihn 1933 aus der Burg. Seine Kunst gilt als „entartet“, er erhält Malverbot und geht nach Augsburg zurück. Hier malt er im Verborgenen weiter. Als Sanitäter in Augsburg erlebt er 1944 den Bombenangriff auf die Stadt, bei dem die meisten seiner Werke zerstört werden. Nach dem Krieg ist er am künstlerischen Aufbruch beteiligt. Er ist 1946 auf der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden vertreten und stellt 1954 im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig aus. 2015/16 hängt sein Werk „Deutschland erwache“ in der Ausstellung „Die schwarzen Jahre“ im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwartskunst in Berlin.