Titel
Hugó Scheiber
Beschreibung

* 29. September 1873 in Budapest; † 7. März 1950 in Budapest
 
Ungarischer Maler
 
Hugó Scheiber ist der einzige ungarische Futurist. Er verbringt seine Kindheit in Wien und hilft seinem Vater, der als Kulissenmaler im Prater beschäftigt ist. Mit 14 Jahren nimmt er Malunterricht, den er jedoch abbricht, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Nach Schließung des Prater-Theaters kehrt die Familie 1890 nach Budapest zurück. Scheiber arbeitet als Schildermaler und besucht von 1898 bis 1900 die Kunstgewerbeschule in Budapest. Seine frühen Arbeiten orientieren sich am Impressionismus. 1919 stellt er gemeinsam mit Béla Kádár in Wien aus, wo er ab 1920 lebt. Hier trifft er 1921 Herwarth Walden, der ihn bewegt, im Jahr darauf nach Berlin überzusiedeln. In Waldens Sturm-Galerie stellt Scheiber mehrmals aus; seine Arbeiten werden in der Kunstzeitschrift „Der Sturm“ publiziert. In den zwanziger Jahren setzt sich der Maler mit Futurismus und Expressionismus auseinander. Seine künstlerischen Themen sind vor allem das Porträt, das Großstadtleben und die Welt des Kabaretts. 1926 hat er eine Ausstellung im Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) in Berlin. Im selben Jahr zeigt er Arbeiten in der internationalen Avantgarde-Ausstellung der Société Anonyme im New Yorker Brooklyn Museum.
 
Scheiber wird 1928 Mitglied des Wiener Hagebundes. In Budapest sind seine Arbeiten in Präsentationen des 1912 gegründeten Ernst Museums für moderne Kunst und in der Galerie Tamás zu sehen. Auf Einladung von Filippo Tommaso Marinetti nimmt er mit großem Erfolg 1933 in Rom an der „Nationalen Kunstausstellung der Futuristen“ teil. In den dreißiger Jahren orientierte er sich verstärkt am Art Deco. Mit dem Ende der Zeitschrift und Galerie „Der Sturm“ sowie dem Aufstieg des Nationalsozialismus findet er nicht mehr genügend Ausstellungsmöglichkeiten. Er kehrt 1939 nach Budapest zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs versucht er vergeblich, sich seine Kunst auf den sozialistischen Realismus auszurichten.
 
Seine Werke sind in namhaften Sammlungen vertreten, u.a. in der Ungarischen Nationalgalerie und dem Janus Pannonius Múzeum in Pecs.