Titel
Horst Strempel
Beschreibung

* 16. Mai 1904 in Beuthen (Oberschlesien); † 4. Mai 1975 in Berlin
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Horst Strempel gilt nach 1945 in ganz Deutschland als herausragender Künstler. Diese Wertschätzung geht u.a. auf sein Triptychon „Nacht über Deutschland“ zurück, das 1946 in der Ausstellung „Meisterwerke deutscher Bildhauerei und Malerei“ im Berliner Zeughaus gezeigt wird.
 
Strempel studiert von 1923 bis 1927 an der Kunstakademie in Breslau bei Otto Mueller und Oskar Moll. Danach setzt er seine Studien in Berlin bei Karl Hofer fort. Er wird Mitglied der KPD und engagiert sich in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO). Mitte 1933 emigriert er nach Paris. Das Vichy-Regime liefert ihn 1941 an die Gestapo aus. Nach dem Kriegsdienst in einer Strafkompanie kehrt er im Juni 1945 nach Berlin zurück und arbeitet als freischaffender Maler. 1946 nimmt er an der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden teil. Strempel wird Mitglied der SED und lehrt von 1947 bis 1953 an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, wo er 1949 eine Professur erhält. 1950 zieht er von West- nach Ostberlin um. Während der Formalismus-Debatte werden seine seit 1948 entstandenen Wandbilder und Wandbildentwürfe kritisiert und zerstört. 1953 wird dem Hochschullehrer „Sabotage sozialistischer Erziehungsarbeit“ vorgeworfen. Daraufhin flüchtet er mit seiner Familie nach Westberlin. In den Folgejahren kommt sein künstlerisches Schaffen fast zum Erliegen, da er mit verschiedenen Arbeiten seinen Lebensunterhalt sichern und um seine Anerkennung als politischer Flüchtling kämpfen muss.
 
Arbeiten des Künstlers befinden sich in der Nationalgalerie, im Kupferstichkabinett Berlin, im Märkischen Museum und in der Berlinischen Galerie.