Titel
Heinrich Harry Deierling
Beschreibung

* 6. August 1894 in Philadelphia (USA); † 21. Juni 1989 in Berlin
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Heinrich Harry Deierling gehört trotz seiner Bekanntheit in den 1920er Jahren zu den vergessenen Expressionisten. Denn im Zweiten Weltkrieg wird ein Großteil seiner künstlerischen Arbeiten vernichtet oder geht verloren.
 
Mit seinen deutschen Eltern kommt Deierling 1900 aus den USA nach Berlin. Nach einer Lithografenlehre studiert er von 1912 bis 1914 an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums der Hauptstadt. In dieser Zeit lernt er Paul Kuhfuss und Oskar Moll kennen, der ihm die französische Malerei nahebringt. 1913 nimmt er erstmals an der Juryfreien Kunstschau teil und wird in Kritiken lobend erwähnt. Zusammen mit seinen Freunden Bruno Krauskopf, Wilhelm Kohlhoff und Ernst Fritsch fährt Deierling zum Zeichnen in das Berliner Umland. Der Berliner Kunstsalon Angerstein präsentiert 1914 Bilder der vier Maler. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg wird Deierling 1919 Mitglied der Berliner Secession und nimmt bis 1933 an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. Die Nationalsozialisten belegen ihn mit Ausstellungsverbot. Deierling sichert sich mit verschiedenen Tätigkeiten seinen Lebensunterhalt. Nach 1945 arbeitet der Künstler freischaffend in Ostberlin. 1946 ist er auf der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Dresden und in den Folgejahren in weiteren Gruppenausstellungen vertreten. Seine oft abstrakten Bilder widersprechen der offiziellen Kunstauffassung der DDR. Im Zuge der Formalismus-Debatte nimmt Deierling nicht mehr am Kunstbetrieb teil. Von 1949 bis 1971 verdient er sich seinen Lebensunterhalt in Berliner Sporteinrichtungen, danach ist ihm freischaffendes Arbeiten wieder möglich. 1980 macht eine erfolgreiche Verkaufsausstellung in der „Galerie Berlin“ auf den Künstler aufmerksam.