Titel
Ilse Fehling
Beschreibung

* 25. April 1896 in Danzig-Langfuhr; † 25. Februar 1982 in München
 
Deutsche Bildhauerin, Kostüm- und Bühnenbildnerin
 
Ilse Fehling ist vermutlich die einzige Bildhauerin unter den Bauhaus-Frauen.
Um Bildhauerin und Kostümbildnerin zu werden, besucht sie ab 1918 in Berlin die private Reimann-Schule und die Berliner Kunstgewerbeschule. 1920 wechselt sie nach Weimar zum Staatlichen Bauhaus. Dort hat sie Unterricht bei Paul Klee, Lothar Schreyer, Oskar Schlemmer und Gertrud Grunow. 1922 kauft das Museum Lübeck eine Terracotta-Plastik von ihr an. Ab 1923 arbeitet sie als freischaffende Bildhauerin sowie als Bühnen- und Kostümbildnerin in Berlin. Ihre erste Einzelausstellung 1927 in der Berliner Galerie Gurlitt ist ein Erfolg. Von der Preußischen Akademie der Künste wird sie 1931 für ihr bildhauerisches Können mit dem Rom-Preis geehrt. 1933 lehnt dieselbe Akademie die Arbeiten der Bauhausschülerin als „entartet“ ab. Die Nationalsozialisten erteilen ihr Ausstellungsverbot. Daraufhin schränkt Ilse Fehling ihr bildhauerisches Schaffen ein. Ihren Lebensunterhalt sichert sie sich durch Kostüm- und Bühnenbildproduktionen für Film und Theater. 1943 beschlagnahmen die Nationalsozialisten ihre Berliner Wohnung und das Atelier. Bei einem Bombenangriff auf die Stadt wird ein großer Teil ihrer Bildhauerarbeiten vernichtet. Nach 1945 lebt Ilse Fehling als Pressezeichnerin in der Schweiz. 1952 zieht sie nach München um, wo sie selbstständig als Bildhauerin tätig ist sowie für Film, Theater und die Presse arbeitet. 1963 widmet ihr die Galerie Gurlitt in München eine Einzelausstellung.
 
Nach ihrem Tod werden 1990 ihre Arbeiten in einer großen Einzelausstellung in der Galerie Bernd Dürr in München und 1992 in einer Ausstellung des Bauhauses Dessau gezeigt.