Titel
Ernst Geitlinger
Beschreibung

* 13. Februar 1895 in Frankfurt/Main; † 28. März 1972 in Seeshaupt/Starnberger See
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Ernst Geitlinger trägt nach dem Zweiten Weltkrieg als Maler und Lehrer an der Münchner Kunstakademie maßgeblich dazu bei, dass sich die abstrakte Kunst im Westen Deutschlands etablieren kann. Er siedelt als 18-Jähriger 1913 zusammen mit seinen Eltern nach New York über, wo er sich an der Academy of Design einschreibt und als Zeichenlehrer sowie Theatermaler tätig ist. 1922 kommt er nach Deutschland zurück, um an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Karl Caspar Malerei zu studieren. Seine erste Einzelausstellung hat er 1931 in der Berliner Galerie Weber. Im Nationalsozialismus gilt sein Werk als „entartet“. Er erhält Ausstellungsverbot, bereits erteilte Aufträge werden zurückgenommen. Da Auswanderungsversuche scheitern, zieht er sich in die innere Emigration zurück. Während des Zweiten Weltkriegs ist er ab 1943 als Dolmetscher in einem Lager mit englischen Kriegsgefangenen eingesetzt. Bevor die Bomben auf München fallen, bringt seine Frau die meisten seiner Bilder in Sicherheit.
 
Nach der Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft lebt und arbeitet er in Seeshaupt. 1946 hat er eine Ausstellung in der Berliner Galerie Rosen, 1948 ist er auf der Biennale in Venedig vertreten und 1950 präsentiert die Whyte Gallery (von Franz Bader) in Washington eine „Ernst-Geitlinger-Show“. 1951 wird er als Professor für Malerei und Grafik an die Münchner Akademie der Bildenden Künste berufen. Nach der Emeritierung 1965 gründet er eine private Malschule. Die Stadt Neu-Ulm ist im Besitz des künstlerischen Nachlasses von Ernst Geitlinger. Das dortige Edwin Scharff Museum zeigt in einer ständigen Ausstellung eine Auswahl seiner Werke.