Titel
Emil Maetzel
Beschreibung

* 5. Mai 1877 in Cuxhaven; † 23. Juni 1955 in Hamburg
 
Deutscher Architekt, Maler, Grafiker und Bildhauer
 
Emil Maetzel lässt sich in seinem bildkünstlerischen Schaffen vor allem von den Malern der „Brücke“ und afrikanischen Skulpturen inspirieren. Er gehört zu den zentralen Persönlichkeiten des Hamburger Kulturlebens in den 1920er Jahren.
 
Nach dem Architekturstudium leitet Maetzel von 1907 bis 1933 die Städtebauabteilung in der Hamburger Baudeputation. Er vertritt eine gemäßigte Variante des „Neuen Bauens“, was auch an seiner eigenen, 1926 bezogenen Villa in Volksdorf (bei Hamburg) deutlich wird. 1910 heiratet er die Malerin Dora Johannsen (Dorothea Maetzel-Johannsen). Das Ehepaar gehört 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession, in der sich zunächst Vertreter des Expressionismus, des expressiven Realismus und der Neuen Sachlichkeit zusammenfinden. Maetzel und seine Frau nehmen regelmäßig an den Ausstellungen der Künstlervereinigung teil. Von 1928 bis 1933 ist er Vorsitzender der Sezession. Nach ihrer Machtergreifung schließen die Nationalsozialisten im März 1933 als erste Ausstellung in Hamburg die Jahresschau der Sezession. Noch im selben Jahr muss Maetzel auf Druck der NS-Behörden in Pension gehen. Fünf seiner Holzschnitte werden 1937 als „entartete Kunst“ aus der Kunsthalle Hamburg entfernt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Maetzel rückwirkend zum Baudirektor der Hansestadt ernannt. Ab 1948 ist er Zweiter Vorsitzender der wiedergegründeten Hamburgischen Sezession. Zwischen 1945 und 1955 entstehen über 100 Ölbilder und mehr als 200 Aquarelle. Arbeiten Maetzels sind u.a. in der Kunsthalle Hamburg, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und in der Kunstsammlung der Hamburger Sparkasse zu sehen.