Titel
Edmund Kesting
Beschreibung

* 27. Juli 1892 in Dresden; † 21. Oktober 1970 in Birkenwerder
 
Deutscher Maler, Grafiker und Fotograf
 
Edmund Kesting ist am künstlerischen Aufbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts aktiv beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört er zu den wichtigen ostdeutschen Vertretern des Informel. Kesting, der die Kunstgewerbeschule und die Kunstakademie in Dresden besucht, hat seine erste Ausstellung 1916 in der Kunsthandlung Emil Richter. Nach dem Einsatz im Ersten Weltkrieg wird er 1918 Meisterschüler bei Richard Müller und Otto Gußmann. Als er Aquarelle in der Dresdner Galerie Arnold zeigt, kommt er mit Herwarth Walden in Kontakt, in dessen Berliner Sturm-Galerie er 1923 ausstellt. Um 1925 beginnt er mit fotografischen Experimenten, u.a. mit der Doppelbelichtung. Die Nationalsozialisten belegen ihn mit Lehr-, Mal- und Ausstellungsverbot. Fotoarbeiten sichern den Lebensunterhalt. Zwölf seiner Werke werden als „entartet“ aus deutschen Museen entfernt. 1946 wird Kesting als Lehrkraft für Fotografie und Film an die Staatliche Hochschule für Werkkunst in Dresden berufen. Mit Beginn der Formalismus-Debatte verliert er 1948 das Lehramt. Es folgt ein Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1953 wird ihm infolge der verschärften Formalismus-Debatte fristlos gekündigt. Von 1955 bis 1960 lehrt er in der Fachrichtung Kamera an der neuen Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg.
 
Mit Beginn der achtziger Jahre findet Kestings Werk in der DDR offiziell Anerkennung. Im Ausland und in der BRD zeigen Museen und Galerien seit den sechziger Jahren Kestings Arbeiten: u.a. das Kunstmuseum Bern, das Lenbachhaus München, die Tate Gallery London, das Country Museum of Art in Los Angeles und das Museum des 20. Jahrhunderts in Wien.