Titel
Rudolf Ausleger
Beschreibung

* 8. August 1897 in Weißenfels a.d. Saale; † 1974 in Berlin
 
Deutscher Maler
 
Rudolf Ausleger widmet sich besonders intensiv dem Stillleben. Die Struktur seiner Malerei liegt oft an der Grenze zwischen Realität und Abstraktion.
Ausleger verrichtet nach dem Abitur von 1916 bis 1918 seinen Kriegsdienst in der Inspektion der Fliegertruppen in Berlin. Dort lernt er 1916 Georg Tappert kennen, einen der wichtigsten Künstler des deutschen Expressionismus und Mitbegründer der Novembergruppe. Tappert unterstützt Auslegers Wunsch, Maler zu werden. Zur Vorbereitung auf die Staatliche Kunstschule besucht Ausleger die private Reimann-Schule in Berlin, an der auch Tappert lehrt. Danach studiert er an der Staatlichen Kunstschule bei Tappert und dem Maler Bernhard Hasler, mit denen er bald freundschaftlich verbunden ist. Seine pädagogischen Mentoren sind die Maler Otto und Rudolf Möller. 1922 legt er das Staatsexamen als Kunsterzieher ab und beginnt seine Lehrertätigkeit an Berliner Höheren Schulen sowie der Reimann-Schule, wo er Kurse für Studienzeichnen, Perspektive und Farbenlehre leitet. Die Sommerferien verbringt er ab 1923 mit Otto Möller und Familie in der pommerschen Künstlerkolonie Rügenwaldermünde, wo er sich mit Arthur Segal befreundet.
 
Von 1920 bis 1932 ist er regelmäßig mit Arbeiten in der Abteilung der Novembergruppe der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. 1922 wird er Mitglied der Novembergruppe. Er beschickt die Juryfreie Kunstausstellung, zeigt seine Bilder in den Galerien Wilczeck, Graupe und Gurlitt sowie in der Ausstellung der Kunsterzieher im Berliner Schloss. Während des Nationalsozialismus gelten seine Werke als „entartet“. Er hat Ausstellungsverbot und verdient seinen Lebensunterhalt als Zeichenlehrer. Im Zweiten Weltkrieg wird ein großer Teil seiner Arbeiten vernichtet. Aufgrund der Bombenangriffe wird seine Schule 1945 nach Dänemark verlagert. Von dort kehrt er 1947 nach Berlin zurück und beteiligt sich sofort an Ausstellungen in Berlin und anderen deutschen Städten. 1949 wird er als Dozent für bildende Kunst an die Pädagogische Hochschule Berlin berufen, an der er bis 1967 lehrt.