Titel
Albert Hennig
Beschreibung

* 7. Dezember 1907 in Leipzig; † 14. August 1998 in Zwickau
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Albert Hennig gehört zu den Künstlern der verschollenen Generation. Als einer der letzten Schüler des Bauhauses steht sein Schaffen in der Tradition dieser einflussreichen Kunstschule.
Hennig lernt Betonbauer und tritt 1928 der SPD bei. Autodidaktisch beschäftigt er sich mit Fotografie. 1932 bewirbt er sich erfolgreich für ein Studium am Bauhaus in Dessau. Seine Lehrer hier und – nach der Schließung des Dessauer Bauhauses – in Berlin sind u.a. Josef Albers (Vorkurs), Walter Peterhans (Fotografie), Hinnerk Scheper, Joost Schmidt sowie – am Rande – Ludwig Mies van der Rohe und Wassily Kandinsky. Hennigs Fotoserie „Kinder der Straße“ wird von den Nationalsozialisten 1933 bei der Besetzung des SPD-Büros in Leipzig vernichtet. Er selbst wird von 1934 bis 1945 als Bauarbeiter dienstverpflichtet. Im Dezember 1943 zerstört ein Bombenangriff auf Leipzig Hennigs Wohnung und damit auch fast vollständig sein Frühwerk. Der Künstler siedelt nach Zwickau über.
 
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Hennig zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe „Bildende Künstler“ im Kulturbund Zwickau. Seine Künstlerkollegen Max Schwimmer und Heinz Fleischer werden wichtige Bezugspersonen für ihn. Anfang der fünfziger Jahre entstehen erste abstrakte Arbeiten, mit denen er in Widerspruch zur offiziellen Kulturpolitik in der DDR gerät. Hennig distanziert sich von der einseitigen Kunstauffassung und arbeitet von 1953 bis 1972 wieder als Betonbauer. Danach widmet er sich ganz der Malerei und Grafik. Seine späten Werke werden sehr bald anerkannt und mehrfach ausgezeichnet. 1996 wird er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.