Dieter Finke. Skulptur und Malerei

Die Arbeit des Bildhauers Dieter Finke umspannt beinahe ein halbes Jahrhundert. Er arbeitete überwiegend in Berlin und New York und schuf ein Œuvre von faszinierender Intensität und Experimentierfreude. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich in seinen Skulpturen, den architektonisch angelegten Bildern und Zeichnungen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit sowie zwischen Fläche und Dreidimensionalität. Die Ausstellung nimmt diese Vielseitigkeit auf und verdeutlicht dabei zugleich seinen meisterhaften Umgang mit verschiedensten Materialien, insbesondere mit Holz, Bronze und Packpapier.
 
In seinen Werken setzte sich Dieter Finke durchgängig mit Raum, Licht, Transparenz und Bewegung auseinander. Besondere Dynamik und Expressivität verlieh er seinen oft archaisch anmutenden Tierplastiken.
 
Zur Vernissage unserer Ausstellung „Dieter Finke – Skulptur und Malerei“ am Freitag, dem 20. April, um 18.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Die einführenden Worte wird Frau Dr. Julia Wallner, Direktorin des Georg Kolbe Museums, sprechen.

Dieter Finke | Weingeister | um 2000 | Mischtechnik auf Papier | verso Nachlassstempel | 124 x 169 cm
Dieter Finke | Weingeister | um 2000 | Mischtechnik auf Papier | verso Nachlassstempel | 124 x 169 cm

Zum Künstler
 
Dieter Finke arbeitete häufig an mehreren Werken gleichzeitig. Welche Materialien und Ausdrucksformen er auch wählte – stets ging es ihm um die Gestaltung von Raum, Licht, Transparenz und Bewegung.
 
Von 1959 bis 1965 studierte Dieter Finke Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin bei Paul Dierkes und Renée Sintenis, deren letzter Schüler er war. 1967 erhielt Dieter Finke den Georg-Kolbe-Preis. Damit wurde erstmalig ein Künstler ausgezeichnet, der ungegenständlich arbeitete.
 
Die 1970er Jahre waren für den Bildhauer besonders intensiv und wegweisend. 1974 reiste er für längere Zeit nach New York. Dort begann er großformatige Kreidezeichnungen zu schaffen - als einer der Ersten auf Packpapier. Sein künstlerisches Interesse an Tieren erwachte erneut im gleichen Jahr auf einer entlegenen Insel in New Hampshire. Spontan konstruierte er mit Papier und Holz Tierskulpturen, die er dort der Natur überließ. Finkes erste Einzelausstellung 1976 in Berlin verdeutlichte seine erstklassigen zeichnerischen Fähigkeiten. In den Jahren darauf lebte der Künstler überwiegend in New York, seit Mitte der 80er Jahre in anregendem Wechsel in New York und Berlin.
 
1988 ließ Dieter Finke in der Berliner Gießerei Noack erstmals eine Tierskulptur in Bronze gießen. Als Gestaltungselement blieben Konstruktion und Aufbau der Figur sichtbar – Körper und Raum scheinen einander zu durchdringen. In den 1990er Jahren gestaltete der Bildhauer abstrakte, gleichsam entpersonifizierte Figuren in Holz und Bronze, darunter auch eine Gruppe von Wächtern. Deren Oberfläche und Patina vermitteln den Eindruck von Wildheit und Expressivität. Als zeitlose Gestalten scheinen sie über einem Geheimnis zu wachen.